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So filmst du einen Rundgang für ein 3D-Modell

3D-Scan mit dem Handy, ohne Laserscanner: Du läufst einmal durch den Raum und filmst dabei. Aus dem Video entsteht ein begehbares 3D-Modell — ein Gaussian Splat, maßstäblich in Metern. Hier steht, wie du filmen musst, damit das gelingt.

Die Regeln sind auf Räume gemünzt, nicht auf einzelne Objekte. Ein Objekt umkreist man; einen Raum durchläuft man — davon handelt hier jede einzelne. Jede Regel steht mit dem Grund da, aus dem sie da steht, und die Gründe sind gemessen, nicht geraten.

Die eine Regel, die über alles entscheidet: 0,5×

Wenn dein Handy ein Ultraweitwinkel hat — bei Apple seit dem iPhone 11, bei vielen Android-Geräten der Mittelklasse ebenso —, dann filme damit, und zwar immer. Nicht „wenn es eng wird", sondern auf der ganzen Strecke.

Der Beleg ist ein und derselbe Rundgang, einmal mit 0,5× und einmal mit 1× gefilmt: Mit 0,5× schloss sich die Schleife mit 1,47 px Fehler; mit 1× ließ sich die Kamerabahn gar nicht erst lösen. Das ist kein Unterschied in der Feinheit des Ergebnisses — das ist der Unterschied zwischen einem Ergebnis und keinem.

Der Grund ist einfach: Ein weites Bildfeld sieht in jedem Einzelbild mehr vom Raum. Aufeinanderfolgende Bilder überlappen stärker, und wenn du eine Stelle später wieder passierst, erkennt die Rechnung sie wieder. Mit 1× schaust du durch ein schmaleres Fenster, mit Tele durch ein Schlüsselloch: Für Räume ist das Teleobjektiv unbrauchbar.

Kein Ultraweitwinkel am Gerät? Dann filme mit 1× — aber langsamer, mit mehr Überlappung, und schließe den Rundweg unbedingt. Es kann gelingen. Verlassen würden wir uns nicht darauf.

Die Regeln, der Reihe nach

Sieben Stück, 0,5× zuerst. Die Reihenfolge ist die Reihenfolge ihrer Wirkung, nicht die des Ablaufs.

  1. 1. 0,5× — Ultraweitwinkel

    Nie 1× oder Tele: gemessen 1,47 px Loop-Fehler mit 0,5×, mit 1× blieb derselbe Rundgang ungelöst.

  2. 2. 4K60, HDR und Action-Modus aus

    Auflösung und Bildrate hoch; alles, was nachträglich glättet, stabilisiert oder den Kontrast anhebt, aus.

  3. 3. Belichtung und Fokus sperren, Licht an

    AE/AF-Lock setzen, bevor es losgeht — und nicht gegen die Sonne oder ins Fenster filmen.

  4. 4. Langsam gehen, nie nur schwenken

    Das Gerät auf gleicher Höhe halten und eine Kurve laufen statt auf der Stelle zu drehen. Kurz verharren ist in Ordnung, minutenlanges Stehenbleiben nicht: Stillstand liefert nur Duplikate und verdrängt die Wiederbesuche aus dem Gedächtnis der Positionsberechnung.

  5. 5. Rundweg schließen

    3–5 m über den Startpunkt hinaus weiterlaufen, damit sich die Schleife eindeutig schließt.

  6. 6. An Türen kurz verharren

    Durchgänge doppelt zeigen — von jeder Seite — und bei weißen, strukturarmen Wänden eine Kante mit ins Bild nehmen.

  7. 7. Eine Bahn pro Raum, Hallen in Abschnitten

    Pro Raum eine eigene Bahn; große Hallen in 3–5-Minuten-Abschnitte teilen statt in einem Zug.

Checkliste, kurz vor dem Losgehen

  1. 0,5× — Ultraweitwinkel
  2. 4K60, HDR und Action-Modus aus
  3. Belichtung und Fokus sperren, Licht an
  4. Langsam gehen, nie nur schwenken
  5. Rundweg schließen
  6. An Türen kurz verharren
  7. Eine Bahn pro Raum, Hallen in Abschnitten

Dieselbe Liste auf einer Seite zum Ausdrucken und Mitnehmen: Druckkarte.

Häufige Fragen

Geht das mit dem iPhone und mit Android?

Mit beiden. Entscheidend ist nicht die Marke, sondern ob dein Gerät ein 0,5×-Ultraweitwinkel hat und 4K mit 60 Bildern je Sekunde aufnimmt. Das können iPhones ab dem 11er und die meisten Android-Geräte der Mittel- und Oberklasse.

Wie lang darf das Video sein?

Drei bis fünf Minuten je Abschnitt. Eine Wohnung ist damit in einem Zug erledigt; eine Halle teilst du in mehrere Abschnitte und lädst sie einzeln hoch. Länger ist nicht besser — ein sehr langes Video bringt vor allem mehr Bilder von denselben Stellen.

Funktionieren 360°-Kameras?

Noch nicht. Rohdateien einer 360°-Kamera (.insv, .360) nehmen wir nicht an, und ein Rundumvideo kommt als Quelle ebenfalls noch nicht durch. Was heute geht: aus Insta360 Studio ein flaches Video mit Sichtfeld „Linear" exportieren und das hochladen. Echte 360°-Unterstützung ist geplant und nicht gebaut — das sagen wir lieber vorher.

Brauche ich einen Maßstab-Marker oder ein Maßband?

Nein. Der Maßstab entsteht aus der Tiefenschätzung des Rundgangs, und die Lieferung ist metrisch: eine Einheit ist ein Meter. Wie genau das im Einzelfall ist, messen wir gerade nach — solange wir dazu keine belastbare Zahl haben, nennen wir keine.

Weiße Wände, Glas und Spiegel — geht das?

Weiße, glatte Wände sind die schwierigste Stelle in jedem Raum, weil es dort nichts wiederzuerkennen gibt. Nimm eine Kante, einen Türrahmen oder den Boden mit ins Bild, dann hat die Rechnung etwas zum Festhalten. Glas und Spiegel bleiben unzuverlässig: Was sich darin spiegelt, wandert mit der Kamera mit.

Wie bekomme ich einen Zugang?

Splatastic ist ein geschlossener Dienst — einen Zugang gibt es auf Anfrage. Schreib uns kurz, was du aufnehmen möchtest und womit du filmst; wir antworten dir per E-Mail.

Einen Raum, den du begehbar zeigen willst?

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